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18. 10. 2002   Augsburg - Mont Blanc - Korsika - Brenner  Alpeneinweisung  2 Tage"


          2 Tages - 
          Alpeneinweisung
                      &
Sicherheitstraining

.. viel erlebt und eine ganze Menge gelernt ...

...... eben der 
"etwas andere Flug" .

München, auf dem Weg zum Flugplatz, das neblige Herbstwetter wirkt alles andere als einladend. Jörg P. hat sich entschlossen, aus dem Flachland mit frischem PPL A kommend, lieber auf Nr. sicher zu gehen und seine erste Auslandserfahrung zusammen mit einem kompetenten Fluglehrer zu machen. Anders als viele mindeststundenfliegende Piloten, hat er erkannt, dass Sicherheit nur durch eigene fliegerische Erfahrung erreicht wird.
  

Augsburg - Zürich - Mont Blanc - Marseille - Ajaccio - Calvi - Bastia - Elba - Bologna - Verona - Trento - Bolzano - Innsbruck  » interessiert ??

  

Herbststimmung in der Schweiz, wie zu erwarten war, erhalten wir keine Durchfluggenehmigung durch die Zürich TMA....

wer sich jetzt zum ersten mal Gedanken über die Luftraumstruktur in CH macht, kommt unweigerlich in Stress !

Wir entscheiden uns auf unter 3.000 ft MSL zu sinken, was den Controller sichtlich beruhigt.

   

Nachdem wir Zürich hinter uns gelassen haben, nähern wir uns Bern - CTR und unübersehbar einer Kaltfront, mehr als 3.300 ft MSL sind auch jetzt nicht drin, der Wind wird deutlich böig.

An eine VOR to VOR Navigation ist jetzt nicht zu denken, höchste Aufmerksamkeit ist geboten, wir sind umgeben von Hochgebirge, in Bern - CTR ist die Höchste Erhebung auf Kurs in 3.700 ft MSL.

 Wichtig ist jetzt die Übersicht, alternative Flugwege, Sicherheitsmindesthöhen, rechtzeitige Absprache mit ATC, usw, das Fliegen des Flugzeuges muss dabei nebenher gehen.

    

Dabei muss die Flugsicht (diese ist in CH im Luftraum G höher als in D:  mindestens  5km), der Wolkenabstand, die Außensicht, usw. laufend eingehalten werden. Wer hier bei schönem Wetter im Flachland Probleme hat, tut gut daran, rechtzeitig umzukehren.
 
 
mit  Erreichen des Genfer Sees haben wir das gröbste hinter uns, die Wolken klaren auf, Rückseitenwetter!

   

Am Mont Blanc vorbei geht es dann über den VFR - Korridor nach Korsika, Ajaccio wo wir übernachten. 

Erstaunt nimmt Jörg am nächsten Morgen war, dass er auf Korsika mitten im Gebirge ist. Der Wind mit ca 35 kts in 5000 ft bewirkt zudem deutliche Luv / Lee - Effekte.

 

          

Wir fliegen von Ajaccio über den Gebirgskamm weiter nach Corte (Achtung: bei W-Winden ausgesprochen starke Lee - Wellen, die Abwinde können die climb - Perfomance eines E - Fliegers mühelos überwinden) und dann weiter nach Calvi. Dabei werden Kurse, Kammüberflug, Ausflug aus turbulenten Zonen, Steilkurven, Einflug in falsche Täler, Umkehrkurven und das alles in Starkwind - Konditionen geübt.

     

 

 

 

Berge, Wind, Meer ergeben auch beim Landen eine gewöhnungsbedürftige Mischung.
Wer bei diesem Wind nicht Pitch / Power und Querruder / Seitenruder richtig
 koordiniert, bekommt den Flieger beim Landen mit Querwind nicht unter
 Kontrolle ( Hier sind Cessna - Flieger denen man vom Segelflug
 kommend, Power - Off Landungen beigebracht hat,
 besonders gefährdet).

       

  

Von Calvi fliegen wir über die VFR - Passage nach Bastia. Nach kurzem Tankstop geht's nun über Elba Richtung Bologna weiter.
 

 

 

die Ausstattung mit Co - Pilot Instrumente GNS 430 .... macht zum Fliegen immer wieder viel Spaß und gibt die notwendige Sicherheit wichtige Entscheidungen schnell treffen zu können.

 

 Jörg macht seine Sache sehr gut.

Am Ende wird er diesen Flug sicher alleine machen können.

 

Für den restlichen Heimflug ist bestes Wetter angesagt (Wir haben die Route so gelegt, dass die Front auf dem Rückweg durchgelaufen ist, also bestes Rückseitenwetter !). Die Sichten in der Po - Ebene von Bologna bis Verona sind traumhaft schön ( häufig sind hier Sichten von 2 - 3 km anzutreffen).
 In Absprache mit Pisa - Control umfliegen wir Milano TMA (Luftraum A / also kein VFR möglich ) östlich Höhe Bologna in Richtung Gardasee. 
  

Mit Garda APP handeln wir eine Durchfluggenehmigung  ( Luftraum D ) aus und passieren Verona Vilafranca westlich in Richtung Trento.

 

Ab jetzt sind wir funkmäßig auf uns gestellt, das zuständige
Padova Information hat bekannterweise hier keine Abdeckung.

 

vor uns kommt Trento in Sicht.

Hier sind Hubschrauber stationiert, entsprechend viel Trainingsverkehr, also Frequenz rasten und melden / mithören ....

 

.... der Flugplatz von Trento wurde modern umgebaut hat lange Öffnungszeiten und das Personal ist freundlicher als in Bolzano  - als Alternate, für Trainingsplatzrunden  oder zum Tanken sehr empfehlenswert, Cafe ist direkt am Platz.

 

die Strecke geht hier sich verengend weiter mit ca. 045 ° Richtung Bolzano, keinesfalls dem geräumigeren Weg mit Eisenbahn nach links folgen, sämtliche späteren Zweige führen ohne Ausgang ins Hochgebirge !

zur Orientierung dient insbesondere bei schlechten Sichten die Autobahn (rechts wegen
Gegenverkehr halten).

 

diesem Weg folgend taucht kurz darauf das geräumige Tal von Bozen auf, wegen des dichteren Verkehrs sollte man sich hier unbedingt am Funk melden.

  
Obwohl hier meist etwas aufgeregt "say position and altitude..."  mit Richtungsanweisungen, etc. an der Tagesordnung sind, sollte man keinesfalls glauben, daß dies immer der Verkehrssituation entspricht, eher dem natürlichen italienischen Temperament, also Augen auf und hören was andere Flugzeuge melden !
  

Gleichzeitig ist der Flugplatz bei schlechtem Wetter die einzige IFR - Möglichkeit (z.B. bei Vereisung, etc.) um innerhalb der Alpen im Notfall über ein sog. Cloud Breaking Procedure noch sicher runter zu kommen.

 

Nach Bolzano abmelden und rechts ca. 080° ins Brixen - Tal

 

vor uns die Dolomiten 

 

traumhafte Sichten, ein breites Tal, die Autobahn und Eisenbahn zur Orientierung, wir haben ausgerechnet, pünktlich vor Sonnenuntergang in Innsbruck zu sein

  ... ideale entspannte Flugbedingungen, wir fliegen der Abendsonne entgegen, was soll da schon passieren ...

 

Jörg navigiert sicher und entspannt rechts entlang der Eisenbahn...
ich erkläre ihm keine Autobahn zu sehen, Jörg sieht sie schon (nur ist sie ein bisschen kleiner als vorher)...

ich Frage ihn, ob die Höhe so passt, ja ja, sie steigt wohl ein wenig zum Brenner an ...

ich Frage Jörg in welche Richtung wir fliegen (der Kurskreisel zeigt so auf 060°), darauf meint er etwas irritiert, ja, das ist eigenartig...

  
die Sonne neigt sich ihrem Untergang, wir sind gerade auf dem Weg nach Klagenfurt -

nachdem Jörg den Fehler nun erkannt hat, korrigiert er den Kurs Richtung Brenner, eine Gebirgserfahrung reicher.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Innsbruck fliegen wir noch den Sprung nach  Augsburg und sind am Ende des 2. Tages wieder wohlbehalten in Augsburg.

 

 

.. viel erlebt und eine ganze Menge gelernt ...

...... eben der 
"etwas andere Flug" .

 

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